KKV- Diözesanverband Limburg der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung: "Menschenwürde ohne Wenn und Aber" - Delegierten verabschieden eine Erklärung zur Menschenwürde - Kritik an amnesty international
Auf einen Blick
Lesen Sie die Presserklärung zum Thema Menschenwürde vom 6. Juni 2007
"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt". So lautet unmissverständlich Artikel 1, Abs. 1 des Grundgesetzes.
Obwohl dieser Grundgesetzartikel verbal wohl noch von einer großen Mehrheit anerkannt wird, zeigt die tägliche Praxis doch, wie sehr der Begriff der Menschenwürde für viele bereits relativierbar ist. Anlässlich seines 84. Bundesverbandstages in Erfurt, der unter dem Motto "Menschenwürde ohne Wenn und Aber" stand, verabschiedeten deshalb die Delegierten des KKV- Bundesverbandes, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, eine Erklärung, in der dafür geworben wird, dass die Menschenwürde wieder den Stellenwert erhält, die ihr im Interesse eines menschenwürdigen Lebens zukommt.
Grundlage für eine solche Forderung, so der KKV, sei letztlich die Erkenntnis, dass die Menschenwürde keine Erfindung des Menschen sei, die somit bei Bedarf mehrheitlich geändert werden könne. Aus christlicher Sicht sei die menschliche Person ein Geschöpf Gottes, das nach seinem Bild geschaffen sei. Damit sei seine menschliche Würde begründet, die demzufolge unantastbar sei. "Besser kann der Schutz der Menschenwürde nicht begründet werden", so Hartmut Röhrbein, Vorsitzender des KKV- Diözesanverbandes Limburg. "Insofern sollten auch Menschen, die nicht an Gott glauben, ein Interesse daran haben, dass auch ihre Menschenwürde durch dieses christlich geprägte Bild geschützt wird".
Für den katholischen Sozialverband ergeben sich damit konkrete Folgerungen, die insbesondere bei gesetzlichen Regelungen zu beachten sind:
- Aus der Menschenwürde ergibt sich zwingend die Achtung und der Schutz des menschlichen Lebens von seinem Beginn bis zu seinem Ende.
- Es ist falsch, wenn Menschenwürde und Selbstbestimmung gleichgesetzt werden.
- Zur Menschenwürde gehört es, Verantwortung für sich, sein eigenes Leben und für das seiner eigenen Angehörigen zu tragen.
- Eine aus der Menschenwürde resultierende Verantwortung ist, das Lebensrecht und die Lebensmöglichkeiten künftiger Generationen in den heutigen politischen Entscheidungen ernst zu nehmen und durchzusetzen.
- Schließlich gehört zur Menschenwürde, die zu unterstützen, die sich selbst nicht helfen können.
In seinem Grundsatzprogramm hat der KKV diese Erkenntnisse bereits grundgelegt.
In diesem Zusammenhang weist der Limburger Diözesanvorsitzende auch die Forderung nach einer weltweiten Straffreiheit von Abtreibung von amnesty international zurück. "Es ist schon sehr merkwürdig, wenn eine Organisation, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt, mit einer solchen Forderung dazu beiträgt, dass das Leben ungeborener Kinder seinen Schutz verliert", so Röhrbein wörtlich.
Der KKV - ehemals Katholisch-Kaufmännischer-Verein - ist der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Er zählt heute rund 9.000 Mitglieder in ca. 100 Ortsgemeinschaften, die sich der gesellschaftlichen Mitte zugehörig fühlen. Dem Diözesanverband Limburg gehören die KKV - Ortsgemeinschaften Frankfurt, Limburg und Wiesbaden an. Weitere Informationen über den KKV findet man unter www.kkv-bund.de.