Dr. theol. Friedrich Elz - Gründer des Verbandes KKV
Der Verbandsgründer des KKV, Dr. theol. Friedrich Elz, wurde am 30. März 1848 als Sohn des Zimmermanns Peter Elz und seiner Ehefrau Katharina geb. Schmitt als sechstes Kind in Alzey geboren. Das Geburtshaus in der Römerstraße 32 wurde in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges zerstört und wurde wieder aufgebaut. Friedrich Elz wuchs im kreise von acht Geschwistern auf. Über seine Jugend- und Schulzeit ist kaum etwas bekannt.
Von 1868 bis 1874 studierte er Theologie und promovierte im Deutschen Kollegium in Rom zum Doktor der Theologie. Am 7. Juni 1873 empfing er die Priesterweihe in Rom.
Von dort zurückgekehrt, wirkte Dr. Elz zuerst 13 Jahre, nämlich von 1874 bis 1887, als Kaplan an St. Stephan in Mainz. Neben seinen seelsorgerischen Arbeiten nahm er sich besonders der jungen Kaufleute an, zuerst in der bereits bestehenden Kongregation, später in dem von ihm gegründeten Verein KKV. In Mainz war es auch, wo er im Jahre 1877 anlässlich ihres 11. Kongresses die kaufmännischen Kongregationen und Vereine zu einem gemeinsamen Verband machte.
Einflussreiche Männer wie Graf Felix von Lohe, Freiherr von Schorlemer Alst, Landtagsabgeordneter Rake, die Domherren Heinrich und Haffner, die der Gründungsversammlung beiwohnten, unterstützten den Vorschlag des jungen Kaplans, der sofort mit der Ausarbeitung der Statuten beauftragt wurde. Diese Regularien gelangten auf dem im folgenden Jahr stattgefundenen Kongress in Koblenz zur endgültigen Annahme.
Die Idee des Mainzer Kaplans Elz erhielt auf diesem Kongress eine festgefügte Gestalt unter dem Namen "Verband der katholischen kaufmännischen Kongregationen und Vereine Deutschlands",der später in den Namen "Verband der katholischen kaufmännischen Vereinigungen Deutschlands" umgeändert wurde.
Auf den nachfolgenden jährlich stattfindenden Kongressen war Dr. Elz nicht nur ständig Gast, sondern trug in der Regel die ganze Arbeitslast. Seine Arbeitsfreude im Dienste der Verbandes kannte keine Grenzen. Kein Wunder, wenn der Verband bald expandierte und zu einer achtungsgebietenden Organisation heranwuchs. Der Wunsch nach einem Verbandsorgan war natürlich. Diesem Wunsch trug Dr. Elz Rechnung, indem er im Jahre 1881 die Verbandszeitung "Merkuria" gründete. Viele Jahre hindurch leitete er die Redaktion.
Trotz der vielen Arbeiten seines seelsorgerischen Berufes fand er immer Zeit zu Reisen zu Versammlungen des KKV - Verbandes. Zahlreiche kaufmännische Vereine in den verschiedenen Teilen Deutschlands verdanken seinem persönlichen Eifer ihrer Entstehung.
Als die Versetzung von Kaplan Dr. Elz zum Pfarrverwalter nach Viernheim (1887/1888) bekannt wurde, bereitete ihm der KKV Mainz einen großen und herzlichen Abschied. Es folgten weitere Stationen in seinem Leben als Priester.
1888 bis 1891 war er Pfarrer in Gießen, ehe er am 19. November 1891 als 7. Pfarrer von St. Ludwig in Darmstadt in sein Amt eingeführt wurde. Damals wurde Darmstadt nur von einer einzigen Pfarrei aus seelsorgerisch betreut. Während der Amtszeit von Dr. Elz entstanden aus der Mutterpfarrei St. Ludwig vier selbständige Pfarrbezirke, nämlich neben der Mutterpfarrei St. Ludwig die Pfarrei St. Martin im Süden, im Norden St. Elisabeth mit Arheilgen (Einweihung 1905) - eine Kirche, deren Kosten zum größten Teil durch Spenden an Dr. Elz aufgebracht und gedeckt werden konnten - und eine weitere Pfarrei im vorort Eberstadt mit Pfungstadt im Jahre 1907.
Seine aufopfernde Tätigkeit fand auch die Anerkennung seiner Kirche. Im Jahre 1893 wurde er zum Dekanatsverwalter ernannt, ein Jahr später zum Dekan. Am 4. Juni 1898 wurde er Geistlicher Rat und am 21. Dezember 1905 Ehren-Domkapitular.
Zu beginn des Ersten Weltkrieges machte sich Dr. Friedrich Elz als Pfarrer von St. Ludwig in Darmstadt durch die seelsorgerische Betreuung der Kriegsgefangenen verdient. Ein Schlaganfall setzte am 9. Mai 1915 seinem Leben ein jähes Ende. Vor dem Marien-Altar seiner Pfarrkirche, in der er fast 21 Jahre mit großem Erfolg seelsorgerisch tätig war, wurde er beigesetzt. Beim Brand der Kirche St. Ludwig in Darmstadt wurde bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg, der die halbe Stadt zerstörte, auch der Marien-Altar restlos vernichtet.
Heute ist die Kirche mit ihrem Altar wieder hergestellt. Das Grab, dessen Platte ein Kreuzschiff ziert, als dessen berufener Hüter sich der KKV "Constantia" Darmstadt fühlt, ist ein Gedenken an den Pfarrer und Domherrn Dr. Friedrich Elz, dem Gründer des Verbandes KKV und des KKV Mainz.
Dr. Friedrich Elz, als Kaplan, Pfarrer und späterer Ehren-Domkapitular an verschiedenen Orten der Diözese Mainz erfolgreich tätig, gehörte zu den Menschen, deren Wirken auch über ihren Tod hinaus deutlich spürbar bleibt. Ein Denkmal hat er sich zweifellos durch die Gründung des katholischen kaufmännischen Vereins Mainz und des Verbandes KKV im Jahre 1877 gesetzt, aus dem der heutige Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung hervorgegangen ist.
Dr. Elz hat die ersten 25 Jahre der Ortsgemeinschaft Mainz und des Verbandes weitgehend gestaltet und mitbestimmt. Die damalige Zeit stand im Zeichen sozialen Auf- und Umbruchs. Von Mainz aus richtete Bischof Wilhelm Emanuel von Ketteler seine sozialen Appelle an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft. Sein aufmerksamer Schüler und Helfer war Dr. Friedrich Elz. Beide, Bischof und Kaplan, hatten erkannt, dass im Ausgleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Chance lag, die sozialen Fragen paritätisch und in einer Weise zu lösen, die beiden gerecht wurde.