100-jähriges Jubiläum des KKV Wiesbaden

Geschichte, Jubiläen und Jubilare

Lesen Sie mehr über die Geschichte und Leistungen des KKV Wiesbaden.

Hier finden Sie einen Bericht über unser 100-jähriges Jubiläum, sowie einen Bericht über unser 110-jähriges Jubiläum.

Der KKV Wiesbaden - Gemeinschaft der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung feierte am Sonntag, 2. Mai 1993 in einem Gottesdienst in der St. Bonifatiuskirche mit anschließendem Festakt im Kurhaus in Wiesbaden sein 100. Stiftungsfest.

Den Festgottesdienst und die Festpredigt hielt Professor Dr. Friedrich Janssen (Geistlicher Beirat des KKV - Bundesverbandes). Zu Beginn des Festgottesdienstes zogen viele KKV - Fahnen und Banner anderer katholischer Verbände ein. Die ausgezeichnete Predigt von Professor Janssen fand große Beachtung und Zustimmung.

Das Kammerorchester Pro-Musica ließ die letzten Klänge von Händels Allegro im Christian - Zais - Saal verhallen. Jetzt konnte Hartmut Röhrbein, der Vorsitzende des KKV Wiesbaden, anhand einer langen Liste die Ehrengäste begrüßen, die aus ganz Deutschland nach Wiesbaden gereist waren. Neben Frau Bundesministerin Rönsch und Oberbürgermeister Exner, Stadtverordneten-Vorsteher Günther Rezlaff, KKV - Bundesverbandsvorsitzenden Wintgens sowie Geistlichen Beirat des KKV-Bundesverbandes Prof. Dr. Janssen, wurde besonders herzlich Oberbürgermeister Lechner aus der Partnerstadt Görlitz begrüßt. Am Festakt nahmen über 300 Gäste teil.

Matthias Lechner

"Hier fühle ich mich unter Freunden", sagte Matthias Lechner, Oberbürgermeister von Wiesbadens Partnerstadt Görlitz in seiner Grußbotschaft zum 100-jährigen Jubiläum des KKV Wiesbaden. Und wie unter Freunden feierten die Mitglieder des Verbandes im festlichen Rahmen des Kurhauses ihr Fest. Sie beschworen die vergangenen Meriten sozialpolitischen Engagements durch die Jahrzehnte, für die Oberbürgermeister Achim Exner nicht umsonst die Goldene Plakette der Stadt Wiesbaden mitgebracht hatte.

Begrüßungsansprache des KKV- Vorsitzenden von Wiesbaden

Hartmut Röhrbein

Vorsitzender Röhrbein sagte, dass die Gemeinschaft des KKV sich in all den Jahren bewährt habe. Dem Ziel des katholischen Sozialverbandes, "die christlich katholische Persönlichkeit, die sich nicht aus der Welt zurückzieht", sondern "ehrlich im Handel, christlich im Wandel" lebt, wie es der Fahne des KKV eingestickt ist, habe man immer Rechnung getragen. Und weil mehrere mehr erreichen können, werde auch die Kooperation mit derzeit elf anderen katholischen Verbänden großgeschrieben. Der KKV ist ein katholischer Sozialverband. Verwirklichung und Durchsetzung katholischer Soziallehre seien Schwerpunkte unserer Arbeit und Verantwortung. Als KKV- Mitglieder bejahen wir die Gemeinschaft mit Christus, stehen wir zur Gemeinschaft in der Familie, uns sehen wir in der freiwilligen Bindung zu unserer Gemeinschaft eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit.

KKV- Bundesverbandsvorsitzender: Klare Positionen beziehen

Karlheinz Wintgens, Bundesverbandsvorsitzender des KKV, nannte die Anforderungen gewaltig, denen sich gerade auch der christlich - katholisch Orientierte heute gegenübersehe. "Die Notlage in Deutschland nach der Wende ist nur ein großes Thema", sagte er in seiner Ansprache. Die weltweit dramatisch sich zuspitzenden Entwicklungen "fordern die religiöse Erneuerung als Vorbedingung für politische". Wintgens ermunterte, klare Positionen zu beziehen, und erinnerte daran, dass die soziale Frage, die sich heute anders und vor allem weiltweit stelle, zur Gründung des KKV geführt habe. Lösungen müssten entwickelt werden. Und das sei "keine leichte, aber eine interessante Aufgabe".

Festvortrag der Bundesfamilienministerin

Hannelore Rönsch

Beifall für Goethe, von Bundesfamilienministerin Hannelore Rönsch zitiert, die ihrem Vortrag den Titel "Familienpolitik aus christlicher Verantwortung" gegeben hatte: "Der Worte sind genug gewechselt, lasst uns nun endlich Taten sehen." Es ginge nicht an, dass sich der Bürger aus der Verantwortung schleiche, indem er "abends im Sessel sitzend die Fernsehnachrichten kommentiert", im übrigen aber keine christlich-polische Aktivität aufbringe. "Die Politik hat momentan einen schlechten Ruf", räumte die Ministerin ein, aber "der demokratische Rechtsstaat steckt den Rahmen, seelischen Halt kann er nicht geben - hier sind Sie gefordert".

Gerade in den neuen Bundesländern müsse dringend mitgeholfen werden, die Orientierungslosigkeit gemeinsam zu überwinden. "Die Gründungsväter des KKV sind ihrer Zeit vorausgewesen", stellte Hannelore Rönsch bei einem Blick in die Chronik des Vereins fest. Sie hätten sich der Witwen angenommen, Renten und Krankenkassen eingerichtet, Erwerbslosen geholfen, Arbeit zu finden, und sich für eine gerechte Sozialgesetzgebung eingesetzt.

Ansprache des Oberbürgermeisters

Überreichung der goldenen Plakette

"Die Prinzipien der Eigenverantwortlichkeit sind gefragt." Dass der KKV dank dieser Prinzipien im sozialen Bereich einiges leistet, bescheinigte Oberbürgermeister Achim Exner Hartmut Röhrbein. Im Auftrag des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung überreichten anschließend OB Achim Exner und der frisch wiedergewählte Stadtverordneten-Vorsteher Günther Retzlaff die Goldene Plakette der Landeshauptstadt Wiesbaden. Exner ging in seinem Grußwort auch auf die aktuelle Dimension der sozialen Frage in Ostdeutschland ein.

Ehrung der Jubilare

Nach der mittäglichen Pause, in der sich die Mitglieder und Freunde des Verbandes zum Festessen bei Käfer's im Kurhaus zusammenfanden, wurden verdiente Jubilare mit Ehrennadel und Urkunde gebührend geehrt. Abordnungen von anderen KKV - Ortsgemeinschaften und katholischen Verbänden überbrachten herzliche Grußworte.

Das Jubiläum fand große Beachtung in der Öffentlichkeit und ein gutes Echo in der Presse. Es berichteten folgende Zeitungen: Wiesbadener Tagblatt, Wiesbadener Kurier, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kirchenzeitung "Der Sonntag", KKV-Verbandszeitschrift "Neue Mitte" und Görlitz Zeitung. Der KKV Wiesbaden brachte eine Festschrift heraus, die an alle Mitglieder und Gäste verteilt wurde. Darin befinden sich ein Vorwort des Vorsitzenden Hartmut Röhrbein, Grußworte von Dr. Franz Kamphaus (Bischof von Limburg), Oberbürgermeister Achim Exner, Stadtdekan Werner Bardenhewer, Karlheinz Wintgens (KKV- Bundesverbandsvorsitzender), Prof. Dr. theol. Friedrich Janssen ( Geistlicher Beirat des KKV Bundesverbandes) und Dr. Werner Jeske (KKV - Bundesverbandsgeschäftsführer).