Erklärung des KKV - Diözesanverbandes Limburg der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung zur Gentechnologie und zur aktiven Sterbehilfe
20. April 2001
Der KKV - Diözesanverband Limburg der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung verurteilt die von zwei EU - Mitgliedsstaaten Ende 2000 getroffene Entscheidung zum Klonen menschlicher Stammzellen und zur aktiven Sterbehilfe. Dies bedeutet ein gravierender Einschnitt in den Wert und die Würde des Menschen. Hier wurden Grenzen durchbrochen, die der medizinischen Forschung und der Einflussnahme auf die Beendigung menschlichen Lebens unter rechtlichen und ethischen Gesichtspunkten bisher gesetzt waren. Der Mensch ist ein Geschöpf Gottes, und er hat daher kein Recht sein eigenes oder das Leben eines Anderen auszulöschen. Wir stellen besorgt fest, dass der Mensch immer tiefer in die Schöpfung eingreift und sich anmaßt, nach Belieben darüber verfügen zu können.
Nach unserer Meinung sind die ethischen Bedenken gegen das in Großbritannien nun zugelassene "therapeutische Klonen" und die Gefahr des Missbrauchs aber so groß, dass sich diese Technik trotz des möglichen medizinischen Nutzens nicht rechtfertigen lässt. Der KKV- Diözesanverband Limburg lehnt deshalb die Methode ab, menschliche Embryonen zu klonen, um Stammzellen zu gewinnen, aus denen gesundes Gewebe oder neue Organe gezüchtet werden sollen. Das gilt auch für die aktive Sterbehilfe, der das niederländische Parlament unter bestimmten Voraussetzungen jetzt zugestimmt hat. Eine solche Sterbehilfe ist keine besondere Form der Nächstenhilfe, sondern eine bewusste Tötungshandlung, wie das auch be der Abtreibung der Fall ist.
Die Würde des Menschen und seine körperliche Unversehrtheit müssen weiterhin oberstes Gebot und Richtschnur für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sein. Wir appelllieren daher an Politiker, Ärzte und Seelsorger sich weiterhin für die Einhaltung dieser Prinzipien einzusetzen.