Erklärung des KKV Wiesbaden am Samstag, 02.03.2002

2. März 2002

Der KKV will mitwirken, christliche Wertvorstellungen in Gesellschaft, in Familie und Arbeitsplatz zu verwirklichen. Seine Arbeit beruht auf den Grundsätzen der Katholischen Soziallehre und dem christlichen Menschenbild. Der KKV will Heimat sein für Menschen, die Orientierung suchen in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten.

Um glücklich zu sein, muss der Mensch eine spirituelle Heimat haben. Nur im Licht des Glaubens kann der Mensch sich richtig verstehen. Der Fortschritt der Technik und die Entwicklung der heutigen Zivilisation erfordern eine entsprechende Entwicklung im sittlichen Bereich und in der Ethik. Es geht um den Vorrang der Menschlichkeit, um den Primat der Ethik über die Technik, um die Überordnung des Geistes über die Materie, um den Vorrang der Person über die Dinge. Es geht um die Würde des Menschen. Es geht um die Zuwendung zum Menschen aus der Mitte des Glaubens heraus.

Mit großer Sorge sieht der KKV Wiesbaden die Entscheidung des Deutschen Bundestages über den Import menschlicher Stammzellen. Wer als Gesetzgeber die Abtreibung und die Erzeugung überflüssiger Embryonen bei der künstlichen Befruchtung zulässt, kann kaum Einwände gegen die Nutzung solcher Embryonen haben. Insofern darf man sich über die jetzt getroffene Entscheidung des Bundestages nicht wundern.

Der Respekt vor der Würde und Einzigartigkeit des Lebens schwindet immer mehr. Als weitere Beispiele dafür seien genannt: Die Zulassung der aktiven Sterbehilfe in den Niederlanden und die erstmals in den USA "geglückte" Klonung eines menschlichen Embryons.

Aus christlicher Überzeugung dürfen wir zu dieser Entwicklung nicht schweigen und müssen unseren Standpunkt offen auch gegen den Zeitgeist vertreten.

KKV - Wiesbaden, Hartmut Röhrbein, Vorsitzender