Keine Aufweichung des Embryonenschutzes - Menschenwürde wird nicht verliehen, sie ist dem Menschen gegeben

30. Juli 2007

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." So lautet unmissverständlich Artikel 1, Abs. 1 des Grundgesetzes. Von daher sei es nicht nachvollziehbar, wenn der Nationale Ethikrat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen habe, dass Wissenschaftler in Deutschland künftig für Forschungszwecke Stammzellen importieren dürften, kritisiert Hartmut Röhrbein, Vorsitzender des KKV-Wiesbaden - Gemeinschaft der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, den Vorstoß des Gremiums, den Embryonenschutz noch mehr aufzuweichen. Offenbar ignorierten diese Mitglieder des Ethikrates, dass menschliches Leben mit der Vereinigung von Ei und Samenzelle beginne. Schließlich sei ab diesem Zeitpunkt alles grundgelegt, dass sich ein Embryo als Mensch und nicht zum Menschen weiter entwickele. Wer dies leugne, müsse sich daher die Frage gefallen lassen, welches Ereignis zu einem späteren Zeitpunkt auf einmal eintrete, dass erst ab da das Menschsein anfange? Wer menschliches Leben in seiner Schutzwürdigkeit abstufe, mache sich letztlich selbst zum Herrn über Leben und Tod. "Wie sonst kann man dafür plädieren oder zumindest billigend in Kauf nehmen, dass menschliches Leben für Forschungszwecke vernichtet wird", fragt Röhrbein weiter.

Der KKV-Wiesbaden erinnert deshalb erneut daran, dass die im Grundgesetz geschützte "unantastbare Würde des Menschen" ihre Grundlage in den geistesgeschichtlichen Wurzeln des deutschen Volkes habe. Diese sei sowohl in der christlichen Lehre vom Menschen als dem Ebenbild Gottes wie in der seit Immanuel Kant geläufigen Idee von der sittlichen Autonomie des Menschen zu finden. Wer daher für einen abgestuften Schutz der Menschenwürde plädiere, vergesse, dass diese hiernach eben nicht verliehen und demzufolge auch nicht aberkannt werden könne. Wer eine solche Überzeugung nicht teile, so der katholische Sozialverband, müsse sich im Klaren sein, dass die Würde des Menschen dann der Beliebigkeit anheim gestellt werde.