Was Christen vom Islam wissen sollten - Christen und Muslime: Was verbindet - was trennt?

Der KKV Wiesbaden veranstaltete im Januar 2010 unter Leitung von Vorsitzenden Hartmut Röhrbein einen interessanten Vortragsabend über das Thema: Was Christen vom Islam wissen sollten. Eingeladen war Peter Eberhardt, Schulamtsdirektor i.K. und früherer Leiter des Religionspädagogischen Amtes in Frankfurt und Wiesbaden. Zunächst gab der Referent einen Überblick über den Islam.

Er sagte: Der Islam ist eine der großen Religionen der Welt. Fast eine Milliarde Menschen bekennen sich zu ihm. Das Wort Islam bedeutet Hingabe an Gott. Die Muslime, die Anhänger des Islam, erkennen Gott als den Größten und Mächtigen an und versuchen, ihr Leben ganz auf ihn auszurichten. Alles im alltäglichen Leben soll vom Glauben an Gott her bestimmt sein. Das Glaubensbekenntnis ist die Shahada. Hier wird gesagt: Es gibt keinen Gott außer dem einzigen Gott. Mohammed ist der Gesandte Gottes. Der Koran ist das heilige Buch des Islam. Für Muslime ist dieses Buch unmittelbar von Gott gegeben, seine Sätze und Lehren sind unumstößlich. Der Koran und seine Texte (Suren) bestimmen das Leben der Muslime. Muslime glauben, dass Mohammed den Koran von einem Engel Gottes erhalten hat. Die Stadt Mekka in Saudi-Arabien ist die heilige Stadt der Muslime. Die Moschee ist der Versammlungsraum der Muslime für das Gebet. Für Muslime gibt es fünf wichtige Pflichten (die fünf Säulen des Islam): Das Glaubensbekenntnis, das fünfmalige Gebet jeden Tag, die Almosen für die Armen, das Fasten im Monat Ramadan, die Wallfahrt nach Mekka einmal im Leben.

Obwohl Christentum und Islam aus der gleichen Wurzel, dem Judentum stammen und den einen Gott verehren, hat es in der Geschichte viel Streit und Krieg zwischen ihnen gegeben. Anschließend sprach Eberhardt anhand von Beispielen über die Gemeinsamkeiten zwischen Christen und Muslimen und danach auch über die unüberwindbaren Differenzen bei der Glaubensauslegung. Es gibt vieles, was Christen und Muslime unterscheidet. So ist Jesus für die Muslime nicht Gottes Sohn, sondern nur ein großer Prophet und Maria (Jungfrau) nur Mutter des Propheten und nicht Mutter Gottes. Für die Muslime ist Gott ein Einziger und nicht in drei Personen. Wichtig ist aber, so Eberhardt, dass Christen und Muslime im Gespräch bleiben und so mehr Verständnis für einander aufbringen.

Die anschließend lebhafte Diskussion zeigte, wie dieses Thema aktuell ist und auch bei den Teilnehmern großes Interesse fand.

Hartmut Röhrbein